
Spazierengehen und Schreiben passen gut zusammen. Nicht unbedingt gleichzeitig – obwohl ich mir angewöhnt habe, immer ein Notizbuch und einen Stift dabeizuhaben. Denn beim gemütlichen Schlendern im Freien kommen mir meist die besten Ideen.
Wenn ich am Schreibtisch verzweifle, weil mir nichts mehr einfällt oder ich meine Gedanken einfach nicht in Worte fassen kann, ohne dass sie so holprig klingen wie eine Schotterpiste, dann weiß ich: Es ist Zeit, Abstand zu gewinnen. Und das funktioniert am besten indem ich etwas tue, dass weder aufregend, noch geistig anstrengend ist. Abwaschen oder Staubsaugen kann helfen, ein bisschen aufräumen oder ein Fenster putzen auch. Aber am allerbesten eignet sich Spazierengehen. Die Knoten in meinen Gedankengängen entwirren sich mit jedem Schritt an der frischen Luft ein wenig mehr und sind sie erst einmal wieder seidenglatt strömen Einfälle, Lösungen und kreative Geistesblitze hindurch, als hätten sie nur darauf gewartet – manchmal so schnell, dass ich Angst habe, dass sie mir wieder entwischen. Daher das Notizbuch, das die Ideen bis nach Hause rettet.

Anfangs empfand ich solche Pausen als lästige Unterbrechung. Da hatte ich endlich Zeit zum Schreiben gefunden – und nutzte sie nicht vollständig aus? Doch wenn ich am Laptop sitzen blieb, ging gar nichts mehr. Jeder weitere Satz wurde zur halsbrecherischen Qual. Und wenn ich später die Textpassagen las, die ich mir förmlich abgerungen hatte, war das sofort erkennbar.
Mittlerweile halte ich es deshalb so: Disziplin ja, Zwang nein. Wenn nichts mehr geht, dann ist das eben so – und das ist in Ordnung. Lieber etwas weniger Schreibzeit als krampfhaftes Weitermachen für Sätze, die am Ende ohnehin im Papierkorb landen. Davon hat weder der Text noch ich selbst etwas.
Was hilft euch, wenn ihr beim Schreiben feststeckt?